Vater Staat ist und bleibt ein Mann!
vom 01.04.2026Es wurde bereits vieles geschrieben und gesagt: Männer, die sich irgendwo zwischen „Unschuldsvermutung“ und performativer Betroffenheit äußern, Friedrich Merz der diesen Fall für rassistische Spaltung nutzt , aber auch die vielen feministischen Beiträge in den Sozialen Medien. Wir Frauen wissen, wie es jede von uns sein könnte. Wir wissen, dass unter den uns nahestehenden Männern, Partnern, Freunden, Brüdern, Vätern, Kollegen, Täter sind und fragen uns: Wir sind so laut, was können wir denn noch tun?
Wir Aktiven in der Lila Hilfe sind täglich mit Frauen in Kontakt, die unbeschreibliche Gewalt erfahren und bei uns (finanzielle) Unterstützung suchen. So bestärkend und verbindend es sich anfühlt beim Scrollen durch Social Media die Wut anderer Frauen zu sehen, ihre Solidaritätsbekundungen zu lesen – um tiefgreifende Veränderungen zu bewirken, braucht es langfristige Organisierung. Das sogenannte Hilfesystem ist durch prekär finanzierte Frauenhäuser und -Beratungsstellen geprägt. Solidarische, finanzielle Unterstützung findet mal in öffentlichen Spendenkampagnen für bestimmte Prozesse statt, wie bspw. im Fall Lindemann, oder für einzelne, gut vernetzte Betroffene. Es sollte aber nicht darauf ankommen, ob ein Fall große mediale Aufmerksamkeit erhält oder man durch das eigene soziale Netzwerk unterstützt werden kann.
Das Problem ist strukturell und braucht kollektive Antworten!
Vereinzelung ist eine der zentralen Mechanismen auf denen Gewalt gegen Frauen aufbaut und diese erst ermöglicht: Wenn wir uns mit unseren Erfahrungen alleine fühlen, finden wir vielleicht nicht die Kraft, um uns aus den Gewaltverhältnissen zu befreien.
Die jetzt wieder lauter werdenden Hilferufe in Richtung der Bundesregierung, man möge uns doch bitte besser beschützen, sind vergebens. Der Staat schützt uns nicht, wir konnten uns noch nie auf ihn verlassen!
Es braucht stattdessen einen Ort des Zusammenschlusses, langfristige solidarische Selbsthilfe, um gemeinsam die Last des patriarchalen Gewaltverhältnisses schultern zu können, dieses zu bekämpfen und mehr als nur Symptombekämpfung zu betreiben. Diesen Ort haben wir mit der Lila Hilfe ins Leben gerufen.
Wir füllen keine staatliche Lücke sondern sind ein politisches und solidarisches Gegengewicht zu patriarchal organisierten staatlichen Strukturen.
Wir Aktiven spüren grade mehr denn je: Wir sind alle Betroffene, wir brauchen uns gegenseitig und jede von uns fühlt sich sicherer und handlungsmächtiger, seit wir Teil der Lila Hilfe sind. Weil wir wissen, dass wir uns gegenseitig haben und uns den Rücken stärken.
Wir müssen uns kollektiv organisieren, um kämpfen und leben zu können!
Feministisch, solidarisch, unabhängig – JETZT!
Schließt euch uns an und werdet Lila Hilfe Mitglied!
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